Der Wiener Opernball

Wiener Staatsoper

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Einmal im Jahr ist die Wiener Staatsoper Schauplatz für ein ganz besonderes Ereignis – den Wiener Opernball. Dann verwandelt sich das bekannteste Opernhaus Wiens in den berühmtesten Ballsaal der Welt. Dabei setzen die Organisatoren des Festes ganz auf traditionelle Werte. Neuerungen wie beispielsweise die dritte Publikumsquadrille werden behutsam eingeführt. Im Laufe der Jahre hat sich der Wiener Opernball auch für den österreichischen Tourismus gewinnbringend gezeigt. Reisen doch rund 5.000 Besucher, davon etwa die Hälfte aus dem Ausland, jedes Jahr zu dem eindrucksvollen Fest.

Debütanten beim Wiener Opernball

Glanzpunkt des Abends sind natürlich die Mitwirkenden des Balls. So sind der Einzug und die Tanzaufführungen des Jungdamen- und Jungherrenkomitees einer der Höhepunkte beim Wiener Opernball. Doch auch die Garderobe der Damen und Herren verleiht der Veranstaltung einen ganz eigenen Zauber. Während die Damen im großen, langen Abendkleid erscheinen, brillieren die Herren im Frack. Auch für die Debütanten gelten spezielle Bekleidungsvorschriften. Die Damen tragen ein schneeweißes Ballkleid, weiße Handschuhe und weiße Schuhe. Für die Herren gilt: schwarzer Frack, weiße Handschuhe und schwarze Lackschuhe. Wer ins Jungdamen- und Jungherrenkomitee aufgenommen werden möchte, muss mindestens 17 Jahre und darf höchstens 24 Jahre alt sein. Zudem müssen die Bewerber sehr gute Linkswalzerkenntnisse vorweisen. Wer den Wiener Opernball einmal eröffnen durfte, für den wird dieser Auftritt ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Geschichte und Gegenwart des Wiener Opernballs

Die Tradition geht zurück bis zur Zeit des Wiener Kongresses (1814-1815). Die erste „Soirée“ im Opernhaus fand 1877 mit Zustimmung des Kaisers statt. Offiziell getanzt werden durfte damals allerdings nicht. Auch die junge Republik wollte die Festtradition weiterleben lassen. So fand im Jänner 1921 die erste Opernredoute und im Jänner 1935 der erste Wiener Opernball statt. Nach dem Krieg wurde im November 1955 die Wiedereröffnung des Opernhauses gefeiert und bereits im Februar 1956 verwandelte sich das Opernhaus wieder in einen glanzvollen Ballsaal. Heute sind an der Eröffnung des Wiener Opernballs rund 180 Tanzpaare beteiligt, wobei es seit dem Jahre 2010 eine Neuerung gibt. Nach dem Einzug des Bundespräsidenten und den Hymnen zu Beginn ziehen die Damen und Herren des Jungdamen- und Jungherrenkomitees in den Ballsaal ein und eröffnen den Wiener Opernball. Danach wird die Tanzfläche mit dem Kommando „Alles Walzer“ für alle freigegeben, bis der Ball frühmorgens um Punkt 5 beendet wird. Und dann heißt es warten bis zum nächsten Jahr, bis es wieder heißt: „Alles Walzer“!